The "Hegereiterhaus"
designed in the 16th century by the architect Leonhard Weidmann, can
be found in the middle of the Spital courtyard in Rothenburg ob der Tauber, surrounded by plain utility
buildings. With its pointed tent-like roof and narrow spiral staircase topped
by a latern-like turret, the House provides a charming contrast to the sober
buildings surrounding it.
Das Spital im Süden der Stadt ist zum Ende des 13.Jahrhunderts entstanden, als kirchliche Bruderschaft. Anfangs lag es außerhalb der Stadt, wurde aber im Verlauf des 14.Jahrhunderts in den Bereich der Stadtmauer einbezogen. Nach dem Übergang der Stadt Rothenburg an Pfalz-Bayern 1802/03 und weiteren Folgen, ging die Verwaltung des Spitals 1829 an Rothenburg zurück. Die ehemals freie Reichsstadt Rothenburg ob der Tauber hatte im Mittelalter durch Stiftungen an das Spital, großen Grundbesitz und das Spital war ein großes Wirtschaftsunternehmen. Geleitet wurde es von einem Spitalmeister, unterstützt von einem Schreiber und dem Bereiter, der die an die Bauern verliehenen Güter kontrollierte und die Abgaben einholte. Außerdem hatte er die Wälder zu bereiten, die Marksteine zu prüfen und Verstöße anzuzeigen. Mit der Landhege und deren Bereitern hatte der Spitalbereiter nichts zu tun. Foto: das Haus nach Nordwesten gesehen, mit dem Stöberleinsturm dahinter.
Die Landhege war ein System von Erdwällen und Gräben zum
Schutz des Landgebietes der Reichsstadt Rothenburg und wurde von Hegereitern
der Stadt abgeritten. Diese Grabenbereiter wohnten in den Orten für die sie
zuständig waren und nicht in der Stadt. Die Wallanlagen der Landhege, sind
heute noch sichtbar und die Hegsteine, zur Markierung der Wege und Grundstücke,
hatten im Mittelalter zu Zeiten der
Hegereiter große Bedeutung. Foto: das
Haus nach Nordosten gesehen, mit dem Spitalgebäude und der Spitalkirche
folgend.
Der Spitalbereiter hatte sein Domizil am Gelände des Spitals
zum heiligen Geist, im so genannten “Hegereiterhaus“, einem zweigeschossigen
Massivbau mit Zeltdach und einem runden, vierstöckigen Treppenturm. Entworfen
vom Architekten Leonhard Weidmann, der auch die Spitalbastei baute. Die Bauzeit
war um 1591, hinter dem Haus wohl im 16.Jahrhundert errichtet, befindet sich eine
Pferdeschwemme und dabei zwei Brunnenbecken, bezeichnet 1849. Im Erdgeschoß des
Hauses befand sich die Hospitalküche, während im oberen Stockwerk die Wohnung
des Bereiters war, mit einem separaten Zugang über den Treppenturm. Foto: das
Bereiterhaus nach Norden, im hinteren Umfeld das Pesthaus, rechts die
Jugendherberge.
Genauere, wissenschaftliche Informationen zum Spitalbereiter
und seinem geschichtlichen Umfeld, kann man beim Verein Alt-Rothenburg nachlesen.
Prof. Karl Borchardt und sein schlagkräftiges Team haben jede Menge
Hintergrundwissen dort publiziert. Links zu Vereinen und Museen in der Stadt, sind in den Beiträgen zu finden. Fotos: © leo wirth
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