Ein Tag der offenen Tür im Rothenburger Stadtarchiv, dem
ehemaligen Büttelhaus, sowie dem Markusturm fand am 1. März 2008 statt. Lange
musste man darauf warten außer den Räumen und Buchraritäten auch einmal den
angrenzenden Turm, der früher Gefängnis war, begehen zu können. Interessant,
der Blick in Zellen, Verhörräume und einmal aus den Fenstern des Röderbogens zu
schauen. Das alleine, war den Weg und das Treppensteigen schon wert, der schöne
Ausblick in die Rödergasse nach Osten und auf der anderen Seite in die
Hafengasse Richtung Marktplatz. Einige Hinweise erhielt ich von Werner Ehnes,
der die Räume schon kannte und bei dem regen Gedränge auf den schmalen
Treppenabsätzen die Orientierung hatte. Ein schöner Ofen in einem
Aufenthaltsraum, der bereits von aussen beheizt wurde, wuchtige Türen mit alten
Beschlägen an den Zellen und eingebauten Essensklappen, interessante Holzdecken
und viele Fensterecken mit ungewöhnlichen Ausblicken, konnte man sehen. Foto:
vom Röderbogen in die Hafengasse geschaut.
Nachdem in der Nacht zuvor der Sturm " Emma "
getobt hatte, musste man mit Ausfall oder Verschiebung der Veranstaltung rechnen,
aber es war zum Glück nichts passiert an den Gebäuden. Weiter oben am Weissen
Turm, war die Feuerwehr damit beschäftigt herabgestürzte Dachziegel
aufzusammeln und hatte die Straße gesichert. Nun, die Begehung konnte
ungehindert ablaufen, der Verein " Alt-Rothenburg " war durch Herrn Bernhard
Mall mit einem umfangreichen Bücherangebot vertreten, während der Archivleiter Oliver
Fieg voll im Stress war und den Besuchern das Restaurieren alter Werke
erklärte. Das " Buchaufschlagen " war gerade an der Reihe, als ich zu
der Gruppe kam. Foto: Türe zur Zelle 29 mit Beschlägen und Klappe.
Was im Stadtarchiv passiert, kann man an verschiedenen
Stellen Nachlesen, wie zum Beispiel bei den Alt-Rothenburgern auf der Webseite:
Das Stadtarchiv verwahrt in der Hauptsache drei Gruppen von Beständen:
1.Urkunden (ab 1241), Akten, Gült- und Gerichtsbücher,
Rechnungen der Reichsstadt Rothenburg (bis 1802/03).
2.Archivalien der Stadt Rothenburg aus bayerischer Zeit
(19./20. Jahrhundert, soweit nicht 1945 im Rathaus verbrannt).
3.Sondersammlungen, darunter die reichsstädtische Rats-
und Konsistorialbibliothek (16./18. Jahrhundert), die lokalen Zeitungen (mit
Lücken, vollständiger bei der hiesigen Zeitungsredaktion), Nachlässe und
Depots, Fotos, zeitgeschichtliche Sammlungen. Im Foto: mittelalterliche
Toilette im Erdgeschoß.
Adresse: Milchmarkt 2, 91541 Rothenburg o.d.T.
Telefon : 09861/709768
E-Mail : stadtarchiv@rothenburg.de
Der Markusturm gegen 1200 erbaut, mit einer Höhe von 27
Metern, wurde mit dem Büttelhaus zusammen als Gefängnis für schwere Vergehen bis
in das 18. Jahrhundert genutzt.
Auf dem Foto: Herr Mall mit Literatur vom Verein
Alt-Rothenburg und dem Archiv Schrank, Ende 17. Jahrhundert im Hintergrund, erklärt einer Besucherin das Angebot.
Zu danken ist allen Beteiligten der Veranstaltung und ich
hoffe doch, dass in der Zukunft wieder mal ein bekanntes, sonst geschlossenes
Gemäuer für “Alle“ geöffnet wird.
Fotos: wirth
blogreiter tschuess
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