The museum “Historiengewölbe“ - 'Historical Vault' in Rothenburg operated by the association promoting the historical festival “ The Master Draught of Rothenburg “ represents the association’s main source of income. Installed in 1966 on the ground floor of the Gothic city hall, its entrance next to the Old Portal, the museum displays set-ups with groups of life-sized figures showing the the Free Imperial City’s situation during the 30 Years War, around 1630. Since 1986 a torture chamber and three dungeons have been made accessible.
Das Museum “Historien-Gewölbe und Staatsverlies“ in Rothenburg ob der Tauber wird vom Verein des Historischen Festspiels “Der Meistertrunk von Rothenburg“ betrieben und stellt eine Haupteinnahmequelle des Vereins dar. Im Erdgeschoß des gotischen Rathauses, mit Eingang durch das alte Portal werden seit 1966 vom Festspielverein aufgestellte Inszenierungen mit lebensgroßen Figurengruppen zur Situation der Freien Reichsstadt während des Dreißigjährigen Krieges, um 1630 gezeigt. Seit 1986 sind auch eine Folterkammer und drei Verliese im Kellergeschoß zugänglich. Diese Einnahmequelle ist für den Verein wichtig, um den Betrieb der Festspielaufführungen und die Kosten der Umzüge zu finanzieren und um von Zuschüssen unabhängig zu sein. Fritz Schaumann ist es zu verdanken, dass diese Lösung gefunden und realisiert wurde, hatte er sich doch seit den 60er Jahren für eine Nutzung zum Wohle des Festspielvereins eingesetzt. Fotos: Oben- Die Kaiserlichen Truppen am Herterichsbrunnen an den Pfingsttagen. Unten- Der Museumsführer des Festspiels.
Über den Innenhof des Rathaus gelangt man zu den 14 imposanten Gewölberäumen, einer Folterkammer und drei Lochgefängnissen. Hier wird die Geschichte der alten Reichsstadt wieder lebendig. Ausstellungsstücke wie Waffen und Gerätschaften oder die Alchimistenküche veranschaulichen die Zeit um den Dreißigjährigen Krieg. Es geht auch um die Geschichte rund um den "Meistertrunk". Die Eingangshalle zeigt einen Ausschnitt aus der Verteidigungsbereitschaft der Freien Reichsstadt im 17. Jahrhundert. Eine Wachstube, wie sie um 1631 in den sechs Torbogen der Stadt eingerichtet war, wurde hier naturgetreu nachgebildet. Waffen, Geschütze, Kriegsgerät und militärische Ausrüstungsgegenstände dieser Zeit sind an den Wänden zu besichtigen. Originalfahnen der Rothenburger Truppen hängen vom Gewölbe herab.
Fotos: Die Wachstube im Eingangsbereich und Nusch mit Humpen in Gewölbe 1.
Das Gewölbe 1 ist dem Altbürgermeister Nusch und dem Grafen Tilly gewidmet. Der berühmte Meistertrunkhumpen, eine böhmische Meisterarbeit, ist im Original in der Glasvitrine zu sehen. Ein Gemälde zeigt den legendären ’Meistertrinker’ und Altbürgermeister Nusch, ihm und dem kaiserlichen Feldherrn ist der Raum gewidmet. Foto: Graf Tilly mit Marschallstab am Tisch und den Schlüsseln der Stadt.
Das Gewölbe 2 veranschaulicht die militärische Situation der Freien Reichsstadt in ihrer Wehr- und Verteidigungsbereitschaft in der Zeit des 16. und 17. Jahrhunderts. Der Stadtplan zeigt die umfangreichen Wehranlagen und die Einteilung der Stadt in die verschiedenen Wach- und Verteidigungsabschnitte. Die noch vorhandenen Wälle, Gräben, Streichtürme der Stadtmauer und die Torburgen geben einen Eindruck von der ’Festung Rothenburg ob der Tauber’. Foto: Ansicht eines Streichwehr-Turmes mit Zugang im Süden der Stadt, der markante “Sauturm“.
Das Gewölbe 3 ist einem der größten Gelehrten unserer Stadt und seiner Zeit, dem berühmten Pädagogen, Arzt, Chemiker, Dichter, Theologen und Philosophen Andreas Libavius, 1550 - 1616, gewidmet. Ein Wegbereiter der modernen Chemie, der hier in seinem Labor zu sehen ist. Foto: Libavius im Labor, Ansicht im Gewölbe.
Das Gewölbe 4 zeigt einen Einblick in die soziale Struktur der Stadt Rothenburg ob der Tauber um 1630. Die Bevölkerung war in sogenannte Stände gegliedert, die durch vorgeschriebene Kleiderordnungen gekennzeichnet waren. An den Wänden sind die Wappen der Adels-und Patriziergeschlechter abgebildet. Foto: Ein Senator des regierenden Standes mit einem wertvollen Renaissanceschrank.
Das Gewölbe 5 zeigt Angehörige des sogenannten "Dritten Standes", einen Kanzlisten und einen Schreiber, in einer typischen Schreibstube jener Zeit bei der Arbeit. Auf Bildern sind Handwerkliche Erzeugnisse, die die hohe Blüte der Handwerkskunst jener Zeit zeigen. Der berühmteste Vertreter war der Steinmetz und Baumeister Leonhard Weidmann, dessen Plänen wir Bauwerke verdanken wie: das Renaissancerathaus, das Baumeisterhaus, das alte Spital, das Hegereiterhaus, das Spitaltor und vieles mehr. Foto: Das Hegereiterhaus im Hof des Spitals zum Heiligen Geist.
In dem Gewölbe 6 wird über die geistliche Situation im alten Rothenburg berichtet. Um 1544 hielt die Reformation in Rothenburg Einzug und 1609 schloss sich die Stadt der Evangelischen Union an. Die Ausstellung soll den Widerstreit der alten Ordnung der katholischen Kirche mit dem reinen Evangelium der Protestanten veranschaulichen. An den Anteil der jüdischen Gemeinde am Leben der Stadt wird mit Rabbi Meir ben Baruch, den großen Talmudgelehrten erinnert. Das Rabbi Meir Gärtchen, die Gedenktafel am Kapellenplatz und vor allem das Museum Schaumann in der Judengasse zeigen die Geschichte dazu. Foto: Soldat mit Schutzkorb, wurde beim Kampf mit Erde gefüllt und diente als Kugelfang.
Das Gewölbe 7 verdeutlicht die Gegenüberstellung der sich streitenden Parteien des Dreißigjährigen Krieges: Die Katholische Liga und die protestantische Union. Anhand von Feldzeugkarten des Dreißigjährigen Krieges werden die verheerenden Kriegszüge der feindlichen Armeen durch das ausgeblutete Deutschland sichtbar. Foto: Versorgung eines verletzten Soldaten.
Das Gewölbe 8 stellt die militärische Situation der Stadt in den schicksalsschweren Tagen des 30. und 31. Oktober 1631 dar. Die Rothenburger stellten sich dem kaiserlichen Heer entgegen und Tilly belagerte mit einer Armee von 60 000 Mann kriegsgeübter Truppen die Stadt. Am 31. Oktober wurde die Stadt durch eine Bresche am Pulverturm gestürmt und der Bürgermeister Nusch lies die weiße Fahne am Galgentor aushängen. Foto: Erschöpfte, verwundete Krieger in der Wachstube des Museumsgewölbes.
Im Gewölbe 9 wird ein Ausschnitt aus dem Feldlager des kaiserlichen Heeres vor den Toren der Stadt gezeigt. Am Pfingstsonntagnachmittag jeden Jahres findet zur Erinnerung an die Kriegsereignisse ein großer Heereszug durch die Stadt und zum Feldlager vor dem Galgentor statt, an dem alle Gruppen des Festspiels teilnehmen. Foto: Die junge Schar, Rothenburgs Verteidiger vor dem Rathaus an den Pfingstfeiertagen.
Der Durchgang zum Staatsverlies ist dem Glasermeister und Festspieldichter Adam Hörber gewidmet. Verschiedene Bilder und die Verleihungsurkunde zum Ehrenbürger schmücken den Raum.
Das Staatsverlies des früheren Stadtstaates ist von den Historiengewölben aus zu erreichen. Durch die bescheiden eingerichtete Wachstube führt ein Verbindungsgang zum Folterraum mit verschiedenen Foltergeräten. Die Gefängniszellen vermitteln einen Eindruck der früheren Haftbedingungen um 1300. Ein Pranger, wie er am Rathaus stand, dort wurde der Delinquent der Öffentlichkeit ausgesetzt ( an den Pranger stellen ). Der sogenannte Stock, zum Einspannen der Beine und Arme, stammt vom Pranger am Rothenburger Rathaus. Ein Bild davon ist im Kriminalmuseum Rothenburg zu sehen. Fotos: Wache im Staatsverlies und eine der Zellen mit einem Insassen.
In einer dieser drei Zellen, in der Rechten davon, starb am 13. Juni 1408 Heinrich Toppler, der mächtigste Bürgermeister und geschickte Diplomat Rothenburgs nach Gefangensetzung durch Widersacher und Neider. Man nannte ihn auch den ’König von Rothenburg’. Foto: Unten - Der sogenannte “Stock“ zum Pranger im Staatsverlies.
Der Besuch der Sammlungen und des Verlieses ist für jeden Festspiel- und Geschichtsinteressierten ein Erlebnis. Das Historiengewölbe ist “ein Museum zum Anfassen“, in das sich der Besucher unmittelbar eingebunden fühlt. Also unbedingt neigej !
Kontakt: Historiengewölbe und Staatsverlies, Herrngasse / Rathaus, Lichthof, Telefon:: 09861-8 67 51
Die Öffnungzeiten:
6. bis 31. März: 12–16 Uhr
1. bis 30. April: 10–16 Uhr
1. Mai bis 1. November: 9.30–17.30 Uhr
2. bis 26. November: 13–16 Uhr , Sa. + So. 10–16 Uhr
27. November bis 23. Dezember: 13–16 Uhr , Sa. + So. 10–19 Uhr
Fotos und Design Leo Wirth, Textvorlagen Festspielverein “Der Meistertrunk“ und Fritz Schaumann, Translation Frau L’Hommedieu.
Leo Wirth Im Blogreiter Weblog tschuess
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