Eine grössere Gruppe ehemaliger Offiziere mit ihren Angehörigen besuchte das Museum Schaumann in der Judengasse in Rothenburg ob der Tauber. Herr Fritz Schaumann, der Museumsleiter begrüßte die Gäste am Eingang und erklärte das Wirken und die Bedeutung des Talmudgelehrten Rabbi Meir ben Baruch von Rothenburg, der hier am Kapellenplatz 40 Jahre lang lehrte. Viele seiner Schüler gingen von hier aus in die Welt, gaben seine Lehren weiter und wurden selbst zu Lehrern. Mehr als 1.500 Responsen zu Lebens- und Rechtsfragen hat er verfasst, sie legen die Vorschriften des Talmud für den Alltag aus. Immer wieder werden die Stätten seines Wirkens von jüdischen Gästen aus der ganzen Welt besucht und seinem Leben nachgespürt. Im Museum wird das Leben in der mittelalterlichen Stadt Rothenburg in den Wandmalereien anschaulich gezeigt, das Zusammenleben mit den jüdischen Mitbürgern und Handel und Gewerbe in der Stadt in dieser Zeit aufgezeigt. Fritz Schaumann liefert dazu immer die passenden Erklärungen und zeigt sich mit der Historie bestens vertraut. Foto: die Besucher am Eingang des Museums beim Vortrag von Fritz Schaumann in der Mitte und rechts am Eingang, Oberst a.D. Claus Herbst. Siehe Info unten!
Das Museum gegenüber dem Judentanzhaus mit dem Rabbi Meir Gärtchen davor, zeigt Stationen des Lebens des Gelehrten und des jüdischen Lebens im Mittelalter. Rabbi Meir Ben Baruch, geb. 1215 in Worms, gest. am 2.Mai 1293 in Wasserburg, wurde liebevoll Maharam genannt, war Mitglied einer hochgeschätzten Gelehrtenfamilie. Seine Bildungsstätte, die ihm die heranwachsende Stadt bereitstellte und die nur wenige Schritte vom Museum entfernt lag, umfasste 21 Schulzimmer, dazu Räume für die große Anzahl seiner Schüler, sowie ein Bet-Midrasch und die Synagoge. Die Besucher wurden dann in die Museumsgewölbe geführt, wo sie im Vorraum den Thoraschrein und Bilder zum jüdischen Leben sehen konnten, so wie Fotos zu Besuchen eines Nachfahren des Rabbi und zum Besuch von Charlotte Knobloch. In einer Vitrine interessante Stücke aus Synagogen, wie Thorazeiger, Vorhang, Menora uvm. die von Fritz Schaumann detailliert erklärt wurden. Foto: eines der Ausstellungsgewölbe zeigt “Handel und Wandel in der mittelalterlichen Stadt“
Es blieb genügend Zeit zu Gesprächen über das Museum und die Beziehung der Besucher zu bestimmten Themen des Museums. Claus Herbst ein Oberst a.D., hatte die Besuchergruppe auf das Thema eingestimmt und begleitete die Teilnehmer durch das Museum. Ein Mann der über Nürnberg hierher kam, sich in Rothenburg niederlies und der sich als deutscher Nahostexperte auch mit Fragen der Sicherheitspolitik und Konfliktforschung befasst. 1937 in Uelzen geboren, war er bis zu seiner Pensionierung 1987 Oberst der Luftwaffe und Dozent am Zentrum für Innere Führung der Bundeswehr. Er beschäftigt sich seit über dreißig Jahren intensiv mit den Krisenherden im Nahen und Mittleren Osten. Herbst gibt in der übrigen Zeit seine Erkenntnisse in Fachvorträgen weiter und hält sich viel in arabischen Ländern und in Ländern des Maghreb auf. Nun, die nahezu 100 Teilnehmer waren tief beeindruckt von der Person des Rabbi Meir und vom Museum, die meisten waren geschichtlich vorgebildet und konnten ihr Wissen vertiefen. Eine zweite Besuchergruppe hatte sich angemeldet und war beim Rundgang mit dabei: Deutscher Koordinierungsrat der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit e. V., Otto-Weiß-Str. 2, 61231 Bad Nauheim, E-Mail: info@deutscher-koordinierungsrat.de , auch diese Besucher waren von der Präsentation angetan und kommen sicher einmal wieder. Foto: die Besucher auf der Treppe im Vorraum des Museums, alle Fotos © Leo Wirth.
Informationen zum jüdischen Leben und zu Rabbi Meir ben Baruch von Rothenburg gibt es bei Alemannia Judaica
Das Judaika-Museum neben dem Weißen Turm, das Museum zur Geschichte der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde in Rothenburg ob der Tauber ist zu erreichen am Judentanzhaus, mit Eingang in der Judengasse und nach Absprache mit Herrn Friedrich G. Schaumann, Galgengasse 1, 91541 Rothenburg, Telefon: 09861-9423 0
Leo Wirth im Blogreiter Weblog tschuess
Hinweise zu Claus Herbst oben:
Claus Herbst, Oberst a.D. ist 1937 in Uelzen, Lüneburger Heide geboren, lebt heute in Rothenburg ob der Tauber. Er gilt als deutscher Nahostkenner und war bis zu seiner vorzeitigen Pensionierung 1987 Oberst der Luftwaffe und Dozent am Zentrum für Innere Führung der Bundeswehr. Dort befasste er sich mit Fragen der Sicherheitspolitik und Konfliktforschung. Er ist heute als Seminarleiter und Referent unterwegs. Das Foto zeigt sein Namensschild an der Gartentüre.
Weitere Infos bei: pluspedia.org/w/index.php?title=Claus_Herbst
Schloß Torkelov, Neues Feindbild Islam, Wie gefährlich ist der Islamismus? www.schlosstorgelow.de/aktuell/news/clausherbst.htm
Konrad-Adenauer-Stiftung, Bildungszentrum Schloss Wendgräben, Thema: Konfliktregion "Größerer Mittlerer Osten" www.kas.de/wendgraeben/de/events/
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