Das Schäfertanz Museum von Rothenburg ob der Tauber befindet sich in der St.-Wolfgangs-Kirche, sie wurde 1475 als Wehrkirche erbaut und ist Bestandteil der Klingenbastei. Es gibt einen schönen Rundgang nach Unten zu den Kasematten, dann nach Oben am Kabinett vorbei auf den Geschützboden und weiter auf den Wehrgang. An der Eingangskasse, die meist vom ehemaligen Eisenreiter und langjährigen Schäfertänzer Kurt Hanel besetzt ist, oder von seiner Kollegin Anneliese Mittreiter vorbei, geht man am Hochaltar von 1514 links in die unterirdischen Wehrgänge bzw. Kasematten und kommt dann am anderen Ende der Kirche wieder heraus. Jetzt geht es über eine gewendelte Treppe in den ersten Stock und zum Museum dem Schäfertanzkabinett. Hier erfährt man alles über Ursprung, Tradition und Neuzeit des Schäfertanzes. Die Schäferei und der Wollhandel hatten in Rothenburg Bedeutung und die Schäfer hatten sich zu einer Schäferbruderschaft zusammengeschlossen. Sie verehrten den heiligen Wolfgang, den Beschützer der Herden und gedachten seiner vor der Kirche auf einem Betplatz. In den Jahren 1475 bis 1492 wurde dort eine kleine Kirche als Wehrkirche errichtet. Die sich heute noch in unveränderter Gestalt zeigt, von außerhalb als trutziges Befestigungsbauwerk mit starken Mauern und Schießscharten, von innen als Kirche mit spätgotischem Maßwerk. Im Bild: die Wehrkirche mit dem Museum links über der Tordurchfahrt.
Der Schäfertanz unternimmt auch in Abständen Fahrten in andere Städte, um dort zu tanzen und für Rothenburg etwas Werbung zu machen. In Straubing zum Gäubodenfest z.B. oder in München beim Oktoberfest aber auch die Partnerstädte im Ausland werden von Zeit zu Zeit besucht wie: Athis-Mons bei Paris, Telc und Montagnana. Aber in letzter Zeit hat der Verein mit ganz anderen Problemen zu kämpfen, wie es sie früher nicht gab: es fehlen zunehmend freiwillige Tänzer und Tänzerinnen. Dabei ist doch jede Probe, jeder Auftritt von neuem ein großes Vergnügen und Spaß. Durch die zauberhaften Gewänder der jungen Mädchen und die bänderverzierten Schippen der Burschen entsteht dabei ein farbenfrohes Bild. Foto: die Schäfertänzer beim Abmarsch vom Tanz auf dem Marktplatz von Rothenburg, in der Herrngasse.
Seit 1472 kam die Schäfer-Bruderschaft alljährlich um Bartholomäi zu ihrem Schäfereytag zusammen, der mit einem Gottesdienst begann. Nach der Messe traf man sich bei lustiger Musik zu Trank und Schmaus im Goldenen Lamm. Und die Jungschäfer tanzten mit den Bürgerstöchtern. Später geriet dieser Freudentanz lange Zeit in Vergessenheit. Erst zur Faschingsveranstaltung des Turnvereins Rothenburg im Jahre 1911 ließ man diesen Brauch wieder aufleben. Heute wird der Schäfertanz wieder mehrmals jährlich auf dem Rothenburger Marktplatz aufgeführt. Eine kleine Kapelle auf der Treppe zur Löwen-Apotheke sorgt für die musikalische Begleitung. Bei diesem Tanz handelt es sich um einen Figurentanz, wobei auf die Pfiffe des Oberschäfers die Tanzfiguren wechseln. Vor dem Tanz wird in einer historischen Szene das Tanzrecht wiederholt, wobei ein Schäfer mit einem Tier anwesend ist. Im Bild: die Schäfertänzer auf dem Weg zur Vorführung, beim Anmarsch in der Hafengasse zum Marktplatz von Rothenburg. Fotos: © Leo Wirth
Kontakt: Klingentor-Bastei 1 in 91541 Rothenburg ob der Tauber, Telefon: 0171-3662391 oder 0160-7982530
Kirche und Museum sind von April bis September geöffnet:
täglich von 11.00 Uhr bis 13.00 Uhr und von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr. Dienstags ist Ruhetag.
Im Oktober:
täglich von 11.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Dienstags ist Ruhetag.
Zusätzlich ist an allen Adventswochenenden geöffnet!
Oder: Historischer Schäfertanz, Am Landturm 7, 91605 Gallmersgarten, Telefon.: 0171-3662391, Geschäftsführer Uwe Bach , E-Post.: schaefertanz@gmx.de und Verweis: http://www.schaefertanzrothenburg.de/index.html
Leo Wirth im Blogreiter Weblog tschuess
Neuer Beitrag vom Schäfertanz am Ostersonntag in Rothenburg ob der Tauber
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