Die Häuserzeile in der Ludwig-Siebert-Straße, die Reihenhäuser zwischen der Schreckenbachstraße und der Wolfstraße, geben einen schönen Kontrast ab zu den Bauten davor , weiter unten und gegenüber bei den Zahnärzten. In der Schreckenbachstraße anschließend das Büro-Center Rudolf und weiter geht es nach unten zum ZentRO hin, das in einem vorhergehenden Beitrag beschrieben wurde. Bei den Häusern handelt es sich um eine sogenannte "sachliche Funktionsarchitektur", die in den 1920er Jahren üblich war und auch in anderen Städten zu sehen ist. Die Häuser haben an der rückwärtigen Seite Gärten, mit Zugängen auf einen seperaten Weg zwischen den beiden Straßen.
Ein gute Möglichkeit für Fußgänger ohne Fahrzeugverkehr und Lärm etwas beschaulicher die Straßen zu wechseln. An der Verkehrsampel Wolfstraße, geht es auf der anderen Seite zur Pfürdstraße und Johannitergasse, wo man diesen Blick auf den Röderturm hat. Bei den Dächern findet man die sogenannte "deutsche Kehle", die bei Dachkanten und Dachgauben verwendet wurde, also da wo zwei Dächer zusammenstoßen. Als Kehle wird eine Kante am Dach bezeichnet, an der zwei Dachflächen aufeinandertreffen, die eine Innenecke bilden.
Das ganze war sozialer Wohnungsbau, zuerst im Besitz der Stadt und vermietet, dann Eigentumswohnungen. Die Häuser wurden 1919 gebaut, als Ludwig Siebert hier Bürgermeister war und das Baujahr der Häuser ist an einer Türeinfassung eingemeißelt. In Gedichtform werden die sozialen Verhältnisse beschrieben, es wird von großer Wohnungsnot berichtet: "Gar teuer war Kleidung und täglich Brot - Dazu kam große Wohnungsnot".
In gereimter Form wird auch auf das Engagement von Stadt und Staat hingewiesen. Nun, selbst bei Minusgraden im Winter, bei der Aufnahme hatte es 10 Grad Minus, sehen die Häuser doch recht gut aus und wie es heißt: " Sei stehts Gesundheit Wohlstand Frieden - All denen die drinn hausen beschieden". Das Bild oben zeigt nach den Häusern die Seite des ZentRO und den Bahnhof so wie rechts den Spruch. Fotos: © L.Wirth.
Ich danke Herrn Hans-Gustaf Weltzer und Herrn Fritz Schaumann für die Informationen zum Thema.
Blogreiter Leo Wirth tschuess
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