Zwischen Oberickelsheim und der Mautpyramide an der Bundesstrasse 13, auf der Strecke Uffenheim-Würzburg, wurden bei Strassenbauarbeiten archäologische Funde gemacht. Neben der Strasse sollen Begleitwege angelegt werden und bei den Arbeiten, beim Abtragen der Humusschicht wurden Verfärbungen im Boden sichtbar. Frau Dr. Stefanie Berg-Hobohm vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege vermutete, dass hier etwas zu finden ist, nachdem bereits frühere Funde bei Oberickelsheim erfolgreich waren.
Von Beginn an, lies das Staatliche Bauamt in Ansbach die Bauarbeiten archäologisch begleiten und das Team um den Projektleiter Radu Stoia arbeitete unter grossem Zeitdruck seit Ende Juli, um den Strassenbau nicht unnötig lange aufzuhalten. Nun war ein Tag mit Führungen und die Archäologen luden alle Interessierten am 30. August in der Zeit von 7.00 bis 17.00 Uhr ein, die Ausgrabungsfläche zu besuchen.
Ich war auch da, mit vielen Hundert Interessierten um die Hügelgräber aus der Jungsteinzeit zu sehen aber die interessanten Stellen mit den Knochenfunden waren hoffnungslos überfüllt und kaum etwas zu hören von den Vorträgen. Man kam schlecht ran an die Redner, obwohl die Strecke sehr lang war, herrschte ein mords Andrang und das war sicher ein Erfolg für die Sache Archäologie und Geschichte in Franken. Aber die wirklich interessanten Funde waren kaum zugänglich und zu fotografieren, deshalb ein Link zum BR-Bericht mit Videos der Gräber, der Archäologen bei der Arbeit und Interviews der Fachleute vor Ort.
Trotz der vielen Leute traf ich einen bekannten Fachmann Herrn Martin Nadler, den Referenten für vorgeschichtliche Archäologie in Nürnberg, den ich schon bei Denkmalpflegerischen Veranstaltungen in Rothenburg kennen lernte. Er stand gerade auf einem Erdhaufen um ein Übersichtsfoto zu machen und erklärte mir danach, dass er Frau Dr. Berg-Hobohm vertrete, die heute verhindert sei.
Nun, die Grabungsarbeit war erfolgreich und hat sich gelohnt, denn vier der markierten Stellen erwiesen sich als Hügelgräber aus der Jungsteinzeit, so 2800 bis 2400 vor Christus, vermutlich sogenannte Frauengräber. Die Menschen wurden in Hockerstellung begraben und bekamen Beigaben in Form von Gefäßen mit, die auf die schnurkeramische Phase der Jungsteinzeit hinweisen. Mit den Verfärbungen des Bodens unter der Humusschicht gibt es Hinweise, dass hier vor langer Zeit Menschen lebten.
Die grosse Überraschung war das Skelett einer jungen Frau in einem Grab, das vollständig erhalten war und vor über 4000 Jahren bestattet wurde. Ein Rätsel ist aber auch, dass ihr ein Glockenbecher mitgegeben wurde, was auf eine spätere Zeit um 2200 vor Christus hindeutet.
Das war eine grössere Angelegenheit auf dieser Kilometerlangen Baustelle neben der B13, aber trotz des heißen Wetters am Nachmittag, interessant und vermutlich für längere Zeit einmalig in dieser Art. Da bleibt einem nur noch sich bei den Aktiven Archäologen und Helfern zu bedanken, die da zehn Stunden malochen mussten. Fotos: © leo wirth











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