21. November 09 um 14:05 Uhr in Museum-Kunst | Permalink | Kommentare (3) | TrackBack (0)
31. März 09 um 17:53 Uhr in Museum-Kunst | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
07. Dezember 08 um 20:29 Uhr in Museum-Kunst | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack (0)
30. November 08 um 18:42 Uhr in Museum-Kunst | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
26. August 08 um 21:19 Uhr in Museum-Kunst | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Die gotische Sakristei des ehemaligen Dominikanerinnenklosters und die Ausstattung mit Exponaten zur Kirchengeschichte Rothenburgs, waren der Anlaß für eine Eröffnungsveranstaltung im Reichsstadtmuseum, bei der ich dabei sein konnte. Diese Restaurierung stellt einen wichtigen Baustein bei der Sanierung des Gebäudes dar, denn bisher nicht zugänglich, kann er nun für Museumszwecke genutzt werden. Für das Reichsstadtmuseum stellt der spärliche Überrest der Kirche seines Klosterbaus aber eine Bereicherung dar. Zur ursprünglichen Funktion passend werden dort in Zukunft Dauerausstellungen, mit sakralen Dingen wie goldenen Kelchen, Taufkannen und Hostiendosen zu sehen sein. Auch Skulpturen und Gemälde aus Renaissance und Barock, sowie ein Obstholzmodel von 1708, das Martin Luther mit Schwan zeigt.Auf einem Bild des frühen 17. Jahrhunderts kann man sehen, wie die Jakobs Kirche damals von innen ausgesehen hat. Der Museumsleiter Dr. Helmut Möhring dankte in seiner Rede allen Beteiligten, wie den Sponsoren und der Kirchengemeinde St. Jakob für die Leihgaben. Die Bürgermeisterin Irmgard Mittermeier wünschte der Dauer Ausstellung in der Sakristei: "Sie möge ein beredtes Zeugnis unserer Stadtgeschichte sein".
Die Erbauung der Sakristei liegt im Dunkeln, die Entstehung vor dem Umbau der Kirche 1350 scheint wahrscheinlich. Die Nutzung als Sakristei ist dagegen durch die Nähe zur Kirche und der aufwändigen Wölbung ziemlich sicher. Hier ist das Klosterareal vom Arthur-Wasse-Weg aus gesehen. Nach dem Aussterben des Konvents 1554 verfiel das Klosterareal immer mehr, bis im 18. Jahrhundert vermutlich ein gravierender Eingriff erfolgte, denn man brach von außen ein großes Tor ein und schlug eine Schneise quer über den Kreuzgang hinweg, um mit Fuhrwerken bis zum Getreidemagazin, dem ehemaligen Dormitorium, fahren zu können. Heute befindet sich hier die berühmte Sammlung Baumann. Die bayerischen Beamten zerstörten rücksichtslos die Rippengewölbe, damit darüber die Räumlichkeiten des Rentamts eingerichtet werden konnten.
Die einstige Sakristei musste viel erleiden, während der Jahrhunderte, aber am ärgsten hat sie der bayerische Staat verstümmelt, als er 1803 das kostbare Rippengewölbe abriss, um darüber die Räume für das Finanzamt einzurichten. Eine zwischen den Gurtrippen eingezogene Trennmauer komplettierte die völlige Schändung des würdevollen Gebäudeteils. Bevor die Sakristei eine Wiederauferstehung feiern konnte, war viel Geld und guter Wille nötig. Zur Stabilisierung der Gewölbereste wurde der Steinbogen über der Mitte des Raumes mit einem Stahlstück ergänzt. Die Festigung des Putzes mit dem darauf befindlichen Fragment eines Heiligenbildes und die Verbindung des Mauerwerkes erfolgten, ein dem Ursprung ähnlicher Fußboden wurde eingezogen. Die Kosten in Höhe von 112.000 Euro durch Zuschüsse aus der Städtebauförderung und der Eigenanteil der Stadt in Höhe von 40 Prozent, stammt aus Erbschaften, die der Stadt vor einigen Jahren zugeflossen sind. Auf jeden Fall eine gelungene Restaurierung und Sicherung durch das Architekturbüro Knoll und Konopatzki, einem erfahrenen Spezialisten für solche Aufgaben und seit 1986 für die schrittweise Sanierung des ehemaligen Klosterbaus zuständig. Die Eröffnung der Sakristei aber ist ein Gewinn für unser Reichsstadtmuseum und für Rothenburg.
Leo Wirth
24. April 08 um 20:45 Uhr in Museum-Kunst | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Ein Tag der offenen Tür im Rothenburger Stadtarchiv, dem
ehemaligen Büttelhaus, sowie dem Markusturm fand am 1. März 2008 statt. Lange
musste man darauf warten außer den Räumen und Buchraritäten auch einmal den
angrenzenden Turm, der früher Gefängnis war, begehen zu können. Interessant,
der Blick in Zellen, Verhörräume und einmal aus den Fenstern des Röderbogens zu
schauen. Das alleine, war den Weg und das Treppensteigen schon wert, der schöne
Ausblick in die Rödergasse nach Osten und auf der anderen Seite in die
Hafengasse Richtung Marktplatz. Einige Hinweise erhielt ich von Werner Ehnes,
der die Räume schon kannte und bei dem regen Gedränge auf den schmalen
Treppenabsätzen die Orientierung hatte. Ein schöner Ofen in einem
Aufenthaltsraum, der bereits von aussen beheizt wurde, wuchtige Türen mit alten
Beschlägen an den Zellen und eingebauten Essensklappen, interessante Holzdecken
und viele Fensterecken mit ungewöhnlichen Ausblicken, konnte man sehen. Foto:
vom Röderbogen in die Hafengasse geschaut.
Nachdem in der Nacht zuvor der Sturm " Emma "
getobt hatte, musste man mit Ausfall oder Verschiebung der Veranstaltung rechnen,
aber es war zum Glück nichts passiert an den Gebäuden. Weiter oben am Weissen
Turm, war die Feuerwehr damit beschäftigt herabgestürzte Dachziegel
aufzusammeln und hatte die Straße gesichert. Nun, die Begehung konnte
ungehindert ablaufen, der Verein " Alt-Rothenburg " war durch Herrn Bernhard
Mall mit einem umfangreichen Bücherangebot vertreten, während der Archivleiter Oliver
Fieg voll im Stress war und den Besuchern das Restaurieren alter Werke
erklärte. Das " Buchaufschlagen " war gerade an der Reihe, als ich zu
der Gruppe kam. Foto: Türe zur Zelle 29 mit Beschlägen und Klappe.
Was im Stadtarchiv passiert, kann man an verschiedenen
Stellen Nachlesen, wie zum Beispiel bei den Alt-Rothenburgern auf der Webseite:
Das Stadtarchiv verwahrt in der Hauptsache drei Gruppen von Beständen:
1.Urkunden (ab 1241), Akten, Gült- und Gerichtsbücher, Rechnungen der Reichsstadt Rothenburg (bis 1802/03).
2.Archivalien der Stadt Rothenburg aus bayerischer Zeit (19./20. Jahrhundert, soweit nicht 1945 im Rathaus verbrannt).
3.Sondersammlungen, darunter die reichsstädtische Rats- und Konsistorialbibliothek (16./18. Jahrhundert), die lokalen Zeitungen (mit Lücken, vollständiger bei der hiesigen Zeitungsredaktion), Nachlässe und Depots, Fotos, zeitgeschichtliche Sammlungen. Im Foto: mittelalterliche Toilette im Erdgeschoß.
Adresse: Milchmarkt 2, 91541 Rothenburg o.d.T.
Telefon : 09861/709768
E-Mail : stadtarchiv@rothenburg.de
Der Markusturm gegen 1200 erbaut, mit einer Höhe von 27 Metern, wurde mit dem Büttelhaus zusammen als Gefängnis für schwere Vergehen bis in das 18. Jahrhundert genutzt.
Auf dem Foto: Herr Mall mit Literatur vom Verein
Alt-Rothenburg und dem Archiv Schrank, Ende 17. Jahrhundert im Hintergrund, erklärt einer Besucherin das Angebot.
Zu danken ist allen Beteiligten der Veranstaltung und ich hoffe doch, dass in der Zukunft wieder mal ein bekanntes, sonst geschlossenes Gemäuer für “Alle“ geöffnet wird.
09. März 08 um 18:27 Uhr in Museum-Kunst | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Am Kapellenplatz in Rothenburg ob der Tauber, am Haus Nr.
5, der ehemaligen Wirkungsstätte des Talmudgelehrten Rabbi Meir befindet
sich diese Gedenktafel. Die Inschrift lautet:
" Rabbi Meir Ben Baruch von Rothenburg einem der bedeutensten Talmudgelehrten zum Gedenken. Geboren 1220 in Worms, lebte und wirkte er von etwa 1250 bis 1286 in der Synagoge und in der Talmudschule, die auf diesem Platze standen, dem ersten Judenviertel Rothenburgs. Er starb 1293 in Ensisheim und wurde 1307 in Worms begraben. Synagoge und Talmudschule wurden 1404 in eine Marienkapelle und in ein Seelhaus umgewandelt. Die Marienkapelle wurde 1805 abgebrochen."
In der genannten Marienkapelle befand sich ein Altar mit
einer Figurengruppe von Tilman Riemenschneider, die heute im Bode-Museum Berlin
zu sehen ist. Siehe dazu den Bericht Am Kapellenplatz. Das Leben des Rabbi Meir
und das der jüdischen Gemeinde, werden im Museum Schaumann an der Ecke
Galgengasse/Judengasse sehr anschaulich beschrieben und in Installationen
gezeigt. Siehe dazu den Bericht Jüdisches Leben in Rothenburg. Der Judenkirchhof und die zweite Synagoge befanden sich am heutigen Schrannenplatz. Dem Museum
gegenüber befindet sich das Judentanzhaus mit dem Rabbi Meir Gärtchen, von dem
aus man diesen Blick auf das Museum und in die Galgengasse hinein hat. Fotos: © leo wirth
For
English Readers: take a look to the History of the Jewish Community in
Rothenburg o.T.
23. Januar 08 um 22:07 Uhr in Museum-Kunst | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Eine Überraschung erlebte der Leiter des Jüdischen Museums
in Rothenburg Herr Friedrich G. Schaumann, als ein direkter Nachfahre des
berühmten Rabbi Meir ben Baruch sein Museum besuchte. Mit einer Gruppe
Fastenwanderer unter Leitung von Christoph Michl kam Herr Isi Fiszman durch das
“liebliche“ Taubertal zu Fuß nach Rothenburg und lies es sich nicht nehmen das
private Museum von dem er gelesen hatte kennen zu lernen. In dem Geschäftshaus,
mit Eingang in der beginnenden Judengasse, wurde er von Fritz Schaumann über
die Installationen in den Kellergewölben informiert und durch die Räume
geführt. Es machte Herrn Fiszmann offensichtlich viel Freude auf den Spuren
seines Vorfahren und berühmten Talmudgelehrten zu wandern und auch für ihn neues
und interessantes zu erfahren. Im Foto ist Isi Fiszman zu sehen in der
Installation “ Rabbi Meir unterrichtet seine Schüler “.
Der Überraschungsgast war zuvor am Kapellenplatz, am Haus
Nr. 5, um sich die Gedenktafel des Rabbi anzusehen und besuchte danach noch das
Reichsstadtmuseum mit der bedeutenden Judaica Sammlung. Begleitet und betreut wurde
er bei seinem Rundgang durch Herrn Georg Lehle, dem bekannten Rikscha
Unternehmer aus der Röderschütt 4. Die Weiterreise der Gruppe nach Lauda
erfolgte am Abend mit dem Bus. Herr Fiszman konnte sich vom Museum gar nicht
losreißen und machte gleich noch einen zweiten Rundgang mit Herrn Schaumann
alleine, während die anderen Teilnehmer zum Kaffeetrinken gingen. Nun, für
Fritz Schaumann war dieser Tag ein Erlebnis, hatte er sich doch lange mit der
Geschichte des Rabbi Meir und der Entwicklung der Stadt im 12./13. Jahrhundert
befasst. Im Foto hat sich die Gruppe am Durchgang vom Vorraum zum
Museumsgewölbe aufgestellt. Von links: Fritz Schaumann, Isi Fitszman, Christoph
Michl, Georg Lehle und einer der Wanderfreunde. Fotos: © wirth
Wer mehr über die Geschichte der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde in Rothenburg wissen möchte, kann bei Allemannia-judaica viel interessantes finden.
English tour of museum and info about Rabbi Meir in "Jewish Life in Rothenburg" .
31. Oktober 07 um 17:29 Uhr in Museum-Kunst | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
In den Kellerräumen des Geschäftshauses von Fritz Schaumann, an der Ecke Galgengasse / Judengasse in Rothenburg ob der Tauber, befindet sich ein privates Museum das die Geschichte der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde mit dem Gelehrten Rabbi Meir ben Baruch anschaulich darstellt. Ein kleines, aber mit Liebe zum Detail ausgestattetes Museum in den ehemaligen Lagerräumen des Farbenhauses Schopf, gegenüber dem Juden-Tanzhaus und dem Rabbi Meir Gärtchen. Das Gedenken und die Nähe zur Wirkungsstätte des berühmten Talmud-Gelehrten brachte Fritz Schaumann auf die Idee zu der Darstellung jüdischen Lebens in der Zeit um 1300. Die Gewölbe wurden vom Besitzer und Initiator der Ausstellung persönlich ausgemalt und mit Szenen aus dem Leben des “Maharam“ genannten Gelehrten bereichert. Im Foto: die Galgengasse mit dem Weißen Turm, dem Juden-Tanzhaus rechts, dem Rabbi Meir Gärtchen davor und dem Geschäftshaus rechts, in dem sich das Museumsgewölbe befindet.
In diesen uralten Gewölben am Anfang der Judengasse lebt die
Geschichte der jüdischen Gemeinde um das 13.Jahrhundert wieder auf. Es ist die
Zeit der liberalen Stauferkönige und –kaiser, die sich auf dem Bergsporn der
heranwachsenden Stadt einen Wohnsitz, ihre „Pfalz“ erbaut hatten. So beschreibt
es Fritz Schaumann und verweist auf ein beginnendes Jahrhundert des Geistes, in
das hinein sich das Fürstenland, das Städteland Franken und auch die
Reichsstadt Rothenburg geradezu modern entwickeln konnte. An der Kreuzung
zweier wichtiger Handelsstrassen gelegen, war die Stadt bereits auf 5.000
Einwohner angewachsen, darunter 500 Bewohner jüdischen Glaubens. Sie waren
wohlgelitten und als geschätzte Handelsleute nahe dem Marktgeschehen zentral
angesiedelt. Die aufblühende Stadt- und Lebensgemeinschaft war wohl der Anlass
für den bedeutendsten Zeitgenossen mosaischen Glaubens, sich hier
niederzulassen.
Die erste Synagoge befand sich am Milchmarkt dem heutigen
Kapellenplatz, ein Kupferstich um 1762 ist im Reichsstadtmuseum zu sehen und im
Ausstellungskatalog, der Link folgt weiter unten. Fotos: Faltblatt des Museums mit
Erläuterungen zum Rundgang und die ehemalige Synagoge am Milchmarkt, später
Marienkapelle.
Rabbi Meir Ben Baruch, geb. 1215 in Worms, gest. am 2.Mai 1293
in Wasserburg, wurde liebevoll Maharam genannt, war Mitglied einer
hochgeschätzten Gelehrtenfamilie. Mit 12 Jahren begann er schon in Wien mit seinen
Studien, die er in Würzburg, Mainz und Paris 10 Jahre lang bei berühmten
Talmud-Tosafisten fortsetzte. Im Jahre 1242 musste er die Judenverfolgung und
Talmudverbrennung miterleben. Mit 30 Jahren kam der Rabbi nach Rothenburg, wo
er eine Jaschiwa gründete und wo er über 40 Jahre lang seine Schüler
unterrichtete, um sie schließlich als Gelehrte in die ganze, damals bekannte
Welt zu schicken.
Seine Bildungsstätte, die ihm die heranwachsende Stadt
bereitstellte und die nur wenige Schritte vom Museum entfernt lag, umfasste 21
Schulzimmer, dazu Räume für die große Anzahl seiner Schüler, sowie ein
Bet-Midrasch und die Synagoge. Um 1400 zog die jüdische Gemeinde um, baute das
2. Judentanzhaus am Weißen Turm und 1404 eine neue Synagoge am Judenkirchhof,
der 1958 in Schrannenplatz umbenannt wurde. Fotos: 1-Ausstellungsgewölbe,
Handel und Wandel in der mittelalterlichen Stadt. 2-Rabbi Meir vermittelt
seinen Schülern sein Wissen. Fritz Schaumann erläutert die Darstellung.
Beim Rundgang im Museumsgewölbe, das vom Geschäftsraum aus
über eine Treppe zugänglich ist, werden an Hand eines Faltblattes
Beschreibungen zu den einzelnen Installationen gegeben. Dazu heißt es: Im
ersten Gewölberaum vermittelt Rabbi Meir ben Baruch seinen gelehrigen Schülern
sein allumfassendes Wissen. Seine Lehrsätze, die sogenannten Responsen, haben
für die Judenheit in der Welt größtenteils noch heute Gültigkeit wie vor 750
Jahren. Mehr als 1.500 Responsen zu Lebens- und Rechtsfragen hat er verfasst,
sie legen die Vorschriften des Talmud für den Alltag aus. Das nächste
Gewölbegelass veranschaulicht “Handel und Wandel“ in der mittelalterlichen
Stadt.
Die jüdischen Handelsleute spielen dabei eine erhebliche Rolle. Wegen des päpstlichen Zinsverbotes für Christen fällt den Juden das aufkommende Geldverleihgeschäft zu. So übten die Juden neben dem Warenhandel eine Art Bankenfunktion aus. Kaiser, Könige und der gasamte Adel verschulden sich bei den Juden. Fotos: Faltblatt des Museums, Austellungsgewölbe mit Rudolf von Habsburg und ein Weblink zum Leben und Umfeld von Rabbi Meir in Rothenburg, von Mirjam Lübke.
In einem weiteren Kellergewölbe möge man die große Tragik
und das bittere Leid jüdischer Mitbürger nachempfinden, die ebenso wie ihr
verehrter Maharam Rabbi Meir der Verfolgung ausgesetzt waren und den Tod
erleiden mussten. 500 Rothenburger Juden flüchten in die Kaiserburg um Schutz
zu suchen und kommen grausam um. Der Massenmörder von 1298 war ein Ritter
Rintfleisch von Röttingen, der mit einer Rotte Gleichgesinnter durch das
Taubertal und die Städte Frankens zog um alle Juden zu erschlagen. Auf diese
Art entledigte man sich seiner Gläubiger. Es war dies die Zeit nach den
liberalen Staufern, 1286 als Rudolf I. von Habsburg die bislang wohlgelittenen jüdischen
Mitbürger zu Leibeigenen der Staatskasse machte, zu Kammerknechte (servi
camerae) und sie mit hohen Steuern belegte.
Rabbi Meir versammelte seine
Glaubensbrüder, um mit ihnen nach Palästina auszuwandern. Er wurde nach Überqueren der Alpen, als Anstifter der
Auswanderung gefangen gesetzt, zuerst in der Feste Ensisheim und dann später in
Wasserburg eingekerkert und starb nach Jahren 1293 im Verlies. Um 1307 gelang es
endlich dem jüdischen Minnesänger und Freund, Alexander ben Salomo genannt Süßkind Wimpfen, gegen ein hohes Lösegeld von mehr als 20.000 Pfund Silber, die
Gebeine Rabbi Meirs freizukaufen, um sie in Worms am Friedhof Heiliger Sand zu
bestatten.
Sein Wohltäter Süßkind, der vermutlich in Wimpfen geboren ist, starb im Herbst 1307 und ruht selbst neben ihm. Ihre Gräber sind heute noch
gleichsam eine Pilgerstätte, wie an ungezählten Gedenksteinen von Besuchern zu
erkennen ist. Im Reichsstadtmuseum Rothenburg befindet sich eine bedeutende Judaika
Sammlung, mit einer Pogrom-Gedenktafel vom Juni 1298. (
Das russische Wort pogrom
heißt eigentlich "Verwüstung,
Unwetter" und wird nicht mit der lat.
Vorsilbe Pro- gebildet). Fotos: Installationen im
Kellergewölbe und Ausstellungsvitrinen im Eingangsbereich des Museums.
Während der Rundgang des Museums in den abgedunkelten
Kellerräumen stattfindet, sind im Eingangsbereich zur Ausstellung einige
interessante und wertvolle Stücke zu sehen. In Vitrinen werden eine Menorah 7
armig und eine 9 armig gezeigt, Thora mit Mantel, Gewänder, eine Kachel aus
einer Synagoge, sowie eine seltene Öllampe. Eine Sabbatlampe mit Judensäge zum
Einstellen der Höhe, ein Tallit-Gebetsschal, Jad-Thorazeiger, ein Vorhang vor
dem Thoraschrein und vieles mehr. Ein Wandschrank zur Aufbewahrung der
Thorarolle, sowie Stücke aus Synagogen und Familiennachlass. Alles in allem,
eine gelungene und sehenswerte Präsentation der Familie und ihres Seniorchefs
Friedrich G. Schaumann, den wir hier im Bild sehen.
Die historische Judaika-Installation in den alten Gewölben
der beginnenden Judengasse “Am Weißen Turm“, direkt gegenüber dem
Juden-Tanzhaus in Rothenburg o.T. mit Eingang Judengasse, hat Öffnungszeiten
von:
Montag bis Freitag: 10.00-12.00 und von 14.00-18.00 Uhr.
Samstag und Sonntag nach Absprache via Telefon oder eMail Kontakt.
Schopf-Teppiche: Galgengasse 3, 91541 Rothenburg o.T., Tel.: 09861 942330, Mail: info.schopf at t-online.de
Die Gewölbe sind für jedermann kostenfrei zugänglich!
Die Beschreibungen zur Ausstellung von Fritz Schaumann wurden ergänzt von Leo Wirth,
der auch die Fotos machte. Im Bild eine der Vitrinen mit schönen Ausstellungsstücken, leider nicht
ohne Glas und Reflexionen zu machen. Sowie das Rabbi
Meir Gärtchen am Juden Tanzhaus, neben dem Weißen Turm, gegenüber dem Museum. Hinter der Mauer führt
die Judengasse vorbei und der Blick geht auf das Geschäftshaus mit dem
Museumseingang.
Follow the Link to version of english, please: http://blogreiter.typepad.com/blogreiter/jewishrothenburg.html
Fotos: © Leo Wirth, Fritz Schaumann, Sammlung Reichsstadt-Museum.
Leo Wirth im Blogreiter Weblog tschuess
Weiterführende Links und Literatur zum Thema Jüdisches Leben in Rothenburg gibt es:
Bei - der UNI-Trier, Juden im Mittelalter, eine Zeitleiste zur Geschichte.
Beim Verlag T. Bautz, Kirchenlexikon - Meir ben Baruch, Band V von P.G. Aring.
Bei - Alemannia-judaica - ein Verzeichnis Jüdischer Museen und eine Chronik der Mittelalterlichen jüdischen Gemeinde in Rothenburg.
09. Juni 07 um 16:01 Uhr in Museum-Kunst | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Vom Arthur-Wasse-Weg außerhalb der westlichen Wehrmauer Rothenburgs, sieht
man das ehemalige Dominikanerinnenkloster, das jetzige Reichsstadtmuseum. Um
1260 auf dem Gelände der Curia der Nortenberger gegründet, mit Bauteilen des 13.-18.
Jahrhunderts und einigen Resten der 1812/13 abgebrochenen Kirche, an deren
Stelle nun ein Verbindungsgang steht, der einen Rundgang im Museum ermöglicht. In
den Räumen des mittelalterlichen Dominikanerinnenklosters zeigt das Museum
Kunst und Kultur der ehemals freien Reichsstadt Rothenburg ob der Tauber.
Die Höhepunkte sind die noch erhaltene Klosterküche, die Tafeln der Rothenburger Passion, die Waffen- und Kunstsammlung Baumann, sowie die Gemäldegalerie mit Künstlern des 19. Jahrhunderts und eine bedeutende Judaika-Abteilung. Der original Kurfürstenhumpen, um den sich im Festspiel vom Meistertrunk alles dreht, befindet sich ebenfalls im Museum. Die Werke des Malers Arthur Wasse haben hier ihre Heimstatt in der Wasse-Galerie, aber aus Platzgründen sind nicht alle Bilder zu sehen. Dafür ist eine CD mit allen seinen Werken im Eingangsbereich des Museums zu erwerben.
Zur Geschichte des Klosters und Museums gibt es hier etwas zu lesen. Über eine Mystikerin des Ordens, Margareta Ebner findet man hier etwas zum nachschlagen und über ein aktives Klosterleben kann man sich hier informieren.
.
Zu Arthur Wasse in Rothenburg und seinen Gemälden im Reichsstadtmuseum gibt es einen kurzen Bericht im Blogreiter-Weblog.
.
Foto: blogreiter (wirth) tschuess
15. September 06 um 19:29 Uhr in Museum-Kunst | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
The English
painter Arthur Wasse (1854-1930) ,who lived in Rothenburg from 1892 until his
death. A great part of his painted heritage, mostly showing “romantic” views
of Rothenburg, is to be seen in the ImperialCityMuseum.
Im Reichsstadtmuseum Rothenburg ob der Tauber befindet sich eine
große Sammlung romantischer Gemälde historischer Bauwerke und Stadtansichten,
der sogenannten “Wasse Galerie“.
Foto: Arthur Cramer James Wasse (1854 – 1930) Sammlung Museum. Ein romantischer Künstler, der hier jene ganz persönliche Stimmung der Stadt einfing und festhielt, die allen seinen Gemälden den charakteristischen Zauber verleiht. Eigentümlich an seiner Arbeitsweise ist, dass er einige Motive, wie zum Beispiel den Strafturm, mehrfach, zu unterschiedlichen Jahres- oder Tageszeiten malte.
Foto: Der Strafturm und die nordwestliche Stadtmauerpartie,
Öl auf Leinwand 1910/20, ein Ensemble von Natur und Architektur. Sammlung Museum.
Als Sohn eines Miniaturmalers wurde Arthur Wasse am
7.Dezember 1854 in Manchester geboren. Nach der Lehre in einer Stoffdruckerei
ging er als Kunststudent nach London. 1875, nach seinem 21. Geburtstag besuchte
er die Kunstakademie in München und erfuhr Anerkennung 1879 in London. In den
80er Jahren war sein erster Aufenthalt in Rothenburg ob der Tauber, wo seine erste Frau
Mary starb. Foto: Stadt in Rauch um 1919, Öl auf Leinwand. Gemalt von der
Terasse seines Hauses an der Klingenschütt. Sammlung Museum.
Nach einigen Jahren Arbeit in London kehrte er 1895 für
immer nach Rothenburg zurück, um hier bis zu seinem Tode am 14.Oktober 1930 zu
leben.
Seine Witwe schenkte einen Großteil des malerischen Nachlasses der Stadt, mit der Auflage, die Bilder auszustellen. Im Reichsstadtmuseum befindet sich seitdem im 1.Obergeschoß die Gemäldegalerie, mit den 58 z.T. großformatigen Wasse Bildern. Er ist heute ein geschätzter Maler, wohl deswegen, weil er in seinen Bildern die Stimmung der Stadt am besten wiedergab. National und International erlangte er nie Berühmtheit.
Foto: Blick in eine sonnenbeschienene Tenne, Öl auf Leinwand
um 1920. Sammlung Museum. Das Bild existiert in einigen Wiederholungen und stellt genremäßig
eine Mischform zwischen Interieur und Landschaftsbild dar. Schwierig zu lösen
dabei, die wechselnden Lichtverhältnisse.
Über seine Rothenburger Zeit sind nur wenige Berichte erhalten, als “unerwünschter Ausländer“ war er im ersten Weltkrieg interniert und hat viele seiner Stadtansichten im Klingenviertel von seinem Atelierfenster aus gemalt.
Ein Besuch im Reichsstadtmuseum Rothenburg und der Gemäldegalerie lohnt
sich immer ! Bilder © reichsstadtmuseum.
.
Zur Museums Geschichte: Im Jahre 1258 stiftete der
kaiserliche Reichsküchenmeister Lupold von Nordenberg das Areal zum Bau eines
Klosters. 1259 übersiedelten Nonnen aus St. Markus in Würzburg und Neusitz. Foto:
Kloster Hof, nach Norden. Sammlung Museum. Die Kirche wurde 1265 geweiht, zunehmender Wohlstand
führte zum Streit mit der Stadt. Die Nonnen gaben 1377 ihre Selbstständigkeit
auf um sich in den Schutz der Stadt zu begeben. 1399 kam es zum Eklat, die
Priorin wurde verhaftet und eingekerkert. Damit gelang es Bürgermeister Toppler
die Kontrolle über das Kloster zu erlangen.
Zu Arthur Wasse siehe auch die Beiträge: Klingentorturm und Strafturm.
Der Arthur-Wasse-Weg, beginnend am ehemaligen Wohnhaus des Malers.
For 'One biography of the painter Arthur Wasse' in english, please click here.
Leo Wirth im Blogreiter Weblog tschuess
03. September 05 um 12:13 Uhr in Museum-Kunst | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack (0)
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