Die neue EU-Lärmschutzrichtlinie, die Musiker vor Lärm
schützen soll ist der Grund für Diskussionen. Auch geniale Sinfonien dürfen
demnach nicht lauter als 85 dB sein. Das Schimpfen auf die Verordnungen aus
Brüssel ist unangebracht, denn der Lärmschutz ist nicht neu und wurde auch
nicht in Brüssel erfunden. Das sind Erkenntnisse und Vorschriften die bei uns
lange bekannt sind. Die Berufsgenossenschaften haben das klar geregelt und zum
Schutz vor Schäden entsprechende Maßnahmen eingeführt, Lärmschutzbereiche und
Gehörschutz sind Vorschrift bei Pegeln ab 85 dB. Bei den Musikern werden
Ohrstöpsel oder Glaswände, halbrunde Plexiglasscheiben um die Köpfe herum
vorgeschlagen. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn es der Erhaltung der
Gesundheit dient sicher sinnvoll. Krank durch Lärm das muss nicht sein!
Kritiker monieren: "die Kunst darf nicht
reglementiert werden" oder "die Politik sollte sich da
raushalten", meint ein Nürnberger Orchesterleiter im Beitrag einfach. Aber
wenn es um die Folgeschäden geht, kann sich die Politik und die dafür
zuständigen Behörden auch nicht raushalten, sondern muss handeln. Also warum mit
Maßnahmen erst warten, anstatt sich vorher um Schutzmaßnahmen zu kümmern. Bei
den Bamberger Symphonikern ist man da schon weiter und schirmt seine Musiker
gegen unzumutbar laute Orchesterwerke mit Gehörschutz ab. Denn dass das
Orchester stocktaub nach Hause geht und die Musiker Probleme haben, während die
Besucher fröhlich über die Aufführung debattieren, kann auch nicht ziel führend
sein.
Wie gesagt, nach den Meinungen die in der Sendung zutage
kamen, scheint ein echtes Problem vorzuliegen und das sollte im Interesse aller
auch vernünftig gelöst werden können.
Blogreiter tschuess











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